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Friderizianisches Wörterbuch
 

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A
achtzehnleipzich/einunleipzich (bln.) typische Berliner Verengung des Geschichtsfeldes; vermengt aufs schnoddrigste die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 mit dem deutsch-französischen Krieg 1870/71
accelleriren (frideriz.) beschleunigen
Accise (Akzise) Steuer
ad rem (lat.) zur Sache
á la bonheur (frz.) was für ein Glück, hervorragend
Allüren hochmütiges Benehmen
Alois Vorname der Vergeßlichkeit (v. Alois Alzheimer, dem Entdecker der gleichnamigen Krankheit)
applikabel (frideriz.) anwendbar, nützlich, geeignet
arrêt (frz.) halt
Askanier Fürstengeschlecht aus dem Harz bzw. Harzvorland (v.Ballenstädt-Aschersleben)
asten (bln.) schleppen
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B
Bartholomäus Pogrom im frühen Frankreich: Bei der sog. Bartholomäusnacht (auch "Pariser Bluthochzeit") wurden am 24. August 1572 Tausende von Hugenotten in Paris und in den franz. Provinzen niedergemetzelt
Benimmse (bln.) Benehmen
Bismarck Otto v. Bismarck (1815 - 1898); seit 1862 preuß. Ministerpräsident u. Außenminister, von 1871 bis 1890 Reichskanzler
Bittschriftenlinde wichtiger Bestandteil des Eingabewesens unter Friedrich II.; es handelt sich um eine Linde vor dem Arbeitszimmer des Königs im Potsdamer Stadtschloß, unter der Untertanen mit Bittgesuchen Schlange standen
bleumorant (frz.)"sterbendes Blau", ein mattes Blaugrau (Porzellanmalfarbe)
blümerant (bln.) schwach, schlapp (v. frz. bleu morant, "sterbendes Blau")
bon appetit (frz.) guten Appetit
Bonmot (frz.) Witz, geistreiche Bemerkung
Bouillabaisse frz. Fischsuppe
Bouteille (frz.) Flasche
Braunschweigerin Elisabeth-Christine v. Braunschweig-Bevern, Ehefrau Friedrichs II., die er noch als Kronprinz 1734 nur seinem Vater zuliebe heiratet; in den Folgejahren "verbannt" Friedrich seine Frau auf Schloß Schönhausen; Sanssouci hat sie angeblich nie betreten.
Buchholtz Schatzmeister Friedrichs II. Mit der Bemerkung "Da kennt Er Buchholtzen schlecht!" pflegte der König angeblich überzogene Forderungen zurückzuweisen.
Buxen (bln.) Hosen
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C
Canaille (frz.) Schurke, Gauner, Nichtsnutz
Capricen (frz.) Launen, Grillen
Caputh Ort bei Potsdam
Care (frideriz.) bzw. "in der Care gehen"; meint die gefürchtete Karrenstrafe, bei der der Delinquent im Steinbruch die schweren Karren mit Steinen zu ziehen hatte
cela suffit (frz.) es reicht
H'est Ha (frz.) so ist es
Chagrin, keinen ~ machen (frz.) Kummer
Colbert Finanzminister Ludwigs XIV. von Frankreich
Combattant (frz.) Mitstreiter, Kämpfer
comme il faut (frz.) wie es sich gehört
comment (frz.) wie(bitte)?
communiciren (frideriz.) mitteilen
compris (frz.) verstanden
Conducteur (frz.) Bauleiter
Conduite (frz.) Führung, Betragen
convenabel (frideriz.) gefällig, passend
copuliren (frideriz.) sich des Beischlafs befleißigen
Correction (frz.) Gefängnis
cottbus delicti Verballhornung von "corpus delicti" (entscheidendes Beweismittel)
creditiren (frideriz.) erlauben, gestatten, gewähren
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D
d'accord (frz.) einverstanden
Dégoût (frz.) Ekel, Abscheu
dégoûtant (frz.) widerlich, abscheulich
deliberiren (frideriz.) beraten
Domestik Diener
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E
echauffieren (frz.) sich erregen
également (frz.) egal
einpassieren hineingehen
Einquartierung Untertanenpflicht, einen oder mehreren Soldaten als Untermieter aufzunehmen
Elisabeth russ. Zarin, große Feindin Friedrichs II.; ihr Tod 1762 (das "Mirakel des Hauses Brandenburg") rettet Preußen vor der drohenden Vernichtung
en effet (frz.) in der Tat
en passant (frz.) übrigens
en plus (frz.) noch dazu, desweiteren
en vogue (frz.) in Mode, aktuell
equiperirt (frideriz.) ausgestattet
Erato Muse der Liebesdichtung
eruiren (frideriz.) herausfinden
Étrangers (frz.) Fremde
excellent (frz.) exzellent, ausgezeichnet
executiren (frideriz.) ausführen
Excusen (frideriz.) Entschuldigungen, Ausreden, Ausflüchte
Exempel ein Exempel statuieren = ein (meist abschreckendes) Beispiel geben
exsponiren wagen
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F
FaHon (frz.) Art und Weise; dt. "Fasson", bln. "Fassong"
Fauteuil (frz.) Sessel
Fauxpas (frz.) Fehltritt, Fehler, Mißgeschick
Fauxpassant ungeschickter Mensch, Verballhornung aus Fauxpas (Fehler, Mißgeschick) und dem Dichter Maupassant (der allerdings nichts dafür kann)
Feldschlange altes Feldgeschütz mit sehr langem Rohr
Fickfackereien Dummheiten
Filou (frz.) Schlitzohr, Gauner
Fontainebleau Schloß bei Paris, Regierungssitz Ludwigs XIV.
fordersamst (frideriz.) gefälligst
Fredersdorff Kammerdiener und Faktotum Friedrichs II.
Friedrichsdor frideriz. Goldmünze
füsilieren erschießen
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G
Gasselaufen auch Spießrutenlaufen; Militärstrafe, bei der der Delinquent durch eine Reihe von stockschlagenden Soldaten getrieben wurden
Gazetten Zeitungen
Gelichter Gesindel
Gemächt primäres Geschlechtsmerkmal des Mannes
geniren (frideriz.) belästigen
Geschmeiß Gesindel
goschert (österr.) frech
Grandeur (frz.) Großherzigkeit, Großmut
Grandseigneur (frz.) svw. Altmeister
Gschaftlhuber (österr.) Wichtigtuer
Gumf (österr.) Nase
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H
Haderlump Bettler, Landstreicher
Heringsbändiger Einzelhändler
hetzig (österr.) lustig
Himmellaudon Fluch (geht auf den österr. General v. Laudon zurück)
höchste Eisenbahn
(bln.) höchste Zeit
honett (frz.: honnête) anständig, ehrlich
Hugenotten zunächst Spottname, der um 1650 aufkam und mit dem schnell alle Franzosen evangelisch-reformierten Glaubens bezeichnet wurden (vermutl. abgeleitet
v. dt. "Eidgenossen")
Hundsfott svw. Mistkerl
Husaren leichte Kavallerie der preuß. Armee
Hybris frevelhafter Übermut
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I
ici (frz.) hier
Impertinentzien (frideriz.) Unverschämtheiten, Gemeinheiten
industrieus (frideriz.) fleißig
in specie (frideriz.) im besonderen
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J
je ne supporte pas l'honte (frz.) ich fühle mich nicht wohl
Journaille (frideriz.) Journalistengesindel
jrindig (bln.) grindig; schorfbehaftet, faul
justement ausgerechnet
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K
Kaleika (bln.) Unsinn
Kalliope Muse der epischen Dichtung
Kalkül Berechnung
Kalmus Aronstabgewächs; "uff den Kalmus piep ick nich" (bln.) = darauf falle ich nicht herein
Kamisol Hemd
Kanonikus Dom- oder Stiftsherr
Kantonist unsicherer unzuverlässiger Mensch; stammt aus der Zeit Friedrich Wilhelms I., der jedem Regiment einen Bezirk (Kanton) zur Rekrutierung von Soldaten zuwies. Die "Kantonpflichtigen" versuchten allerdings oft, sich der Aushebung zu entziehen.
Karre, Karrenstrafe bzw. "in der Care gehen"; meint die gefürchtete Karrenstrafe, bei der der Delinquent im Steinbruch die schweren Karren mit Steinen zu ziehen hatte
Katte Hans Hermann v. Katte; Jugendfreund Friedrichs II., half dem Kronprinzen 1730 zur Flucht vor dem Vater (König Friedrich Wilhelm I.); nachdem die Flucht mißlungen war, wurden beide auf die Festung Küstrin geschafft und Katte hingerichtet.
Kavalierskrankheit Geschlechtskrankheit
Katzbalgerei Prügelei (zum Spaß)
Katzbuckelei svw. Duckmäuserei
Kemenate Zimmer
Kiewitt Gemarkung im westlichen Potsdamer Stadtgebiet
Klachl (österr.) Trottel
Klerus kath. Kirche, Geistlichkeit
Kolin Ort in Böhmen, an dem Friedrich II. im sog. Siebenjährigen Krieg am 18. 6. 1757 von den Österreichern Dresche bezieht
Konkubine außereheliche Geliebte
Knickrichkeit, knickrig (bln.) Geiz, geizig
Knobelsdorff Georg Wenzeslaus v. Knobelsdorff; Architekt Friedrichs II. (u.a. Schloß Sanssouci, Lindenoper Berlin, Schloß Rheinsberg), verließ 1753 Potsdam im Zorn über den Eigensinn des Königs und starb wenig später.
Knyphausen Hofkammerpräsident (Finanzminister) unter Kurfürst Friedrich Wilhelm
Korporal Unteroffizier
kraupat (österr.) struppig
Kritikaster kleinlicher Kritiker
Kujon Schuft
kujonieren ärgern, quälen
Kunckel Johann Kunckel; Alchimist zur Zeit des Großen Kurfürsten; erfand auf der Pfaueninsel bei Potsdam das Rubinglas
Kulturerbe hebt ab auf die UNESCO-Liste des zu schützenden Weltkuturerbes, zu der auch die Potsdamer Parks und Schlösser gehören
Kunersdorf Ort rechts der Oder; in einer Schlacht des sog. Siebenjährigen Krieges gegen Russen und Österreicher am 12. August 1759 verliert Friedrich II. 19.000 Mann und beinahe Preußen
Küstrin Stadt an der Oder mit ehem. starker Festung, auf der u.a. Kronprinz Friedrich II. nach seiner mißglückten Flucht brummen mußte
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L
Lafette Geschützgestell
Lamäng, aus der ~ (bln.) aus dem Stegreif (v. frz.: la main, die Hand)
Länderfusion der vergebliche Versuch, aus den Bundesländern Brandenburg und Berlin ein gemeinsames zu machen; scheiterte zum erstenmal 1996 am fehlenden Votum der Brandenburger
Lange Kerls Lieblingsspielzeug König Friedrich Wilhelms I.; im Laufe seiner Regierungsjahre kaufte und klaute er in allen Teilen der erreichbaren Welt über 1000 Grenadiere mit einer Mindestgröße von 6 Fuß (1,88m) zusammen; Friedrich II. löste das "Kgl. Gren. Reg. Nr. 6" sofort nach seinem Regierungsantritt 1740 auf. (Anm.: Der Autor dieses Buches mißt gerade 5 Fuß und 10 Zoll und hätte weiland 700 Taler gekostet...)
Lechfeld In der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg besiegt Kaiser Otto I. im Jahre 955 die Ungarn.
Lorgnon (frz.) Brille
Lutizen slawisches Volk in der Lausitz
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M
Malaise (frz.) Unbehagen, Schwierigkeit
Mariage (frz.) Hochzeit, Ehe
Maria Theresia v. Habsburg österr. Kaiserin v. 1740 - 1780; ärgste Feindin Friedrichs II. ("Erzhure")
Mazarin Kardinal Mazarin; bis zu seinem Tode 1661 Frankreichs leitender Minister und graue Eminenz
Meinders Franz v. Meinders, Generalkriegskommissar und Frankreich-Spezialist des Großen Kurfürsten
merde alors grauenhafter frz. Fluch; svw. da haben wir die Scheiße
meritieren (frideriz.) verdienen
Metze Prostituierte
Mischpoke (bln.) Verwandtschaft
mobilmachen die Armee in Kriegsbereitschaft versetzen
mon ami (frz.) mein Freund
mon cher (frz.) mein Lieber
mon Dieu (frz.) mein Gott
Montespan Mme. de Montespan, Mätresse Ludwigs XIV. von Frankreich
Montur Uniform
mortbleu unübersetzbarer frz. Fluch
Moskowiter hier für: Russen
Muckerpack Scheinheilige
Musqueten, Musquetiere Gewehre; mit Musketen ausgerüstete Infanteristen
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N
bei der Nase kriegen für dumm verkaufen
Neese pleng (bln) Nase voll, genug ( v. frz. "plain" = voll)
ne jamais niemals
nicha (bln.) nicht wahr
Nonsense (frz.) Unsinn
Nowawes böhm. f. Neuendorf; Name der unter Friedrich II. angelegten Weberkolonie im heutigen Babelsberg (damals Neuendorf)
nullement (frz.) keineswegs
nunc est bibendum (lat.) jetzt wird getrunken
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O
Oderbruch Sumpfgebiet an der Oder, unter Friedrich II. urbargemacht
ohngeschlacht (frideriz.) grobschlächtig
Ordre (frz.) Order, Befehl
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P
paletti (umg.) in Ordnung
Panduren ungarische Infanteristen
Pankrác Prager Gefängnis
parbleu unübersetzbarer frz. Fluch
par exemple (frz.) zum Beispiel
participiren (frideriz.) Anteil haben
partout (frz.) durchaus
passé (frz.) vorbei
Patati patata frz. Floskel f. leeres Gerede
perdü erledigt, kaputt (v. frz. "perdu")
peupliren (frideriz.) bevölkern
Philippi Stadt in Mazedonien. "Bei Philippi sehen wir uns wieder" entspringt Shakespeares "Julius Cäsar"; dort kündigt Cäsars Geist dem Brutus die Vergeltungsschlacht an.
Piast Angehöriger der poln. Dynastie der Piasten
Pläsier Vergnügen
platterdings allerdings
Podagra Fußgicht
Pompadour Marquise de Pompadour, Mätresse Ludwigs XV. von Frankreich, eine der größten Feindinnen Friedrichs II.
Potsdam-Center wurde den Potsdamern in den 90er Jahren des 20. Jh. als Bahnhof versprochen, entpuppte sich schließlich als scheußlich-monströses Einkaufszentrum mit Anschlußgleis
Potschamperl (österr.) Nachttopf (v. frz. "pot de chambre")
pourqois pas (frz.) warum nicht?
pousieren (frideriz.) voranbringen
Poussierstengel (umg.) flirtender Jüngling
Poztupimi ältester Name für Potsdam (Betonung auf dem "u"), Bedeutung strittig (vermutlich ist das "z" ein Schreibfehler der Kanzlei)
Prälat höherer Geistlicher
pränumeriren (frideriz.) im voraus zahlen
Punschterrine (bln.) Nachttopf
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Q
quel dommage (frz.) wie schade
Querelen Schwierigkeiten
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R
Randbemerkungen von Friedrich II. zur komischen Perfektion entwickelte Methode der Erledigung von Eingaben mittels geistreich-kauziger Randglossen auf Gesuchen; der heitere Zynismus dieser Notizen liegt der Figur des Königs in diesem Buch zugrunde
räsonnieren (frideriz.) meckern, aufbegehren, widersprechen
räsonnabel (frideriz.) vernünftig, angemessen
Rébenac franz. Gesandter in Berlin während der Regierungszeit des Großen Kurfürsten
réellement (frz.) wirklich, wahrhaftig
Reformierte Anhänger des evangelischen Glaubens
Refugiés, Refugierte Flüchtlinge
Remter Versammlungssaal
Reputation Ruf, Ansehen
reussieren, reüssieren (frideriz.) sich lohnen, auszahlen
ridicul (frz.) ridikül, lächerlich
rigoureus (frideriz.) rigoros, streng, unerbittlich
Roßbach Ort in Sachsen, dort findet am 5. 11. 1757 eine entscheidende Schlacht im sog. Siebenjährigen Krieg statt. Preußen schlägt die französische und die Reichsarmee.
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S
Salaire (frz.) Salär, Lohn, Gehalt
sans peur et reproche (frz.) ohne Furcht und Tadel
Scheidekünstler Chemiker
Schlaucherl (österr.) Schlaumeier, Pfiffikus
schlesische Kriege erster ~: 1740-1742, zweiter ~: 1744-1745, dritter (siebenjähriger) ~: 1756-1763
Schönbrunn Schloß bei Wien, das Sanssouci Österreichs, Sitz der Erzfeindin
Friedrichs II, Kaiserin Maria Theresia v. Habsburg
schurigeln quälen, gängeln
Seckendorff Veit Ludwig v. Seckendorff, sächsischer Staatsmann und Gelehrter, Autor des damals bahnbrechendes Werkes "Teutscher Fürsten-Stat", aus dem das Untertanen-Zitat stammt
Sententz (frideriz.) Spruch, Urteil
Sichtachse der unverstellte Blick zwischen zwei Sehenswürdigkeiten oder markanten Punkten in der Landschaft; in Potsdam ein wahrhaft verfilztes Geflecht, das an einen Schnittmusterbogen erinnert
siebenjähriger Krieg 1756-1763
simplement (frz.) einfach
Skribent Schreiber, Dichter
SMAD Sowjetische Militäradministration in Deutschland
Sottisen (frz.) Dummheiten
Souper (frz.) Abendmahl
Souverän der (unumschränkte) Herrscher
Sozen abwertend f. Sozialdemokraten
Spandau Stadtteil v. Berlin mit starker Festung (Zitadelle)
Spanheim Ezechiel v. Spanheim (1629 - 1710); Gelehrter und Politiker, seit 1680 brandenburgischer Gesandter am frz. Hof, verbreitete das Edikt von Potsdam in ganz Frankreich
Spichern Saarbrücken; Schlachtort im dt.-frz. Krieg 1870/71
stante pede (lat.) stehenden Fußes, sofort
stäupen auspeitschen
Suffisance (frz.) Selbstgefälligkeit
superb (frz.) hervorragend
Supplikant Bittsteller
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T
Tabakskollegium After-work-Party des preußischen Hofes; Schattenkabinett unter König Friedrich I. und Friedrich Wilhelm I. v. Preußen; deftig-brutale Männerrunde bei Bier und Tabakspfeife; von Friedrich II. bei Regierungsantritt sofort abgeschafft
Tabatiére (frz.) Schnupftabaksdose
Tacheles (bln.) Klartext
Tafelrunde seit 1747 regelmäßige Tischgesellschaft unter Friedrich II. in Sanssouci, das geistreiche Gegenstück zum Tabakskollegium seines Vaters. Hier umgab sich der König mit Geistesgrößen seiner Zeit, zu denen auch der italienische Schriftsteller Francesco Algarotti (1712-1764), der Akademiepräsident, Physiker und Mathematiker Pierre Louis de Maupertuis (1698-1759), der französische Schriftsteller Jean Baptiste de Boyer, Marquis d'Argens (1704 - 1771), der Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie (1709-1751) gehörten. Der berühmteste war der Philosoph Voltaire, der 1750 hinzustieß und später über die Runde bemerkte: "Wäre jemand plötzlich eingetreten, er hätte geglaubt, die sieben Weisen Griechenlands unterhielten sich im Bordell." Nach Voltaires Bruch mit Friedrich II. 1752 ist auch die Tafelrunde gegessen.
Taroque ein Kartenspiel
tête a tête (frz.) "Kopf an Kopf", vertrauliche Begegnung, Vieraugengespräch
Thalia Muse der heiteren Dichtkunst
Timbre Klangfarbe
Tinnef Plunder
Torgau Stadt an der Elbe. Unter hohen Verlusten mischt die preußische Armee dort am 3. 11. 1760 während des sog. siebenjährigen Krieges die Österreicher auf.
tout de suite (frz.) sofort
tout le monde arrivé (frz.) Sind alle gekommen?
Traktament Gehalt
très aimable (frz.) sehr gütig
tutti paletti (umg.) alles in Ordnung
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U
Usancen(frz.) Gebräuche, Gepflogenheiten
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V
Vertiko niedriger Schrank
Viagra Potenzpille f. Männer
Viktualien Lebensmittel
vite vite (frz.) schnell, schnell
voilá (frz.) svw. da ist es
Voleur (frz.) Dieb
Voltaire (eigtl. Francois-Marie Arouet, 1694 - 1778) frz. Philosoph und Schriftsteller, einer der Hauptvertreter der frz. Aufklärung, Musen- und Busenfreund Friedrichs II., der Briefwechsel zwischen beiden gilt als eine der geistreichsten Korrespondenzen des Abendlandes. V. ist vornehmster Gast der Tafelrunde, lebt von 1750 bis 1751 in Potsdam; mit seiner geistreichen Zunge und privaten Affären erregt er aber bald den Unmut des Königs; dieser macht sich hinter dem Rücken über Voltaire lustig: "Man preßt die Orange aus und wirft sie dann weg." Am 26. März 1752 verläßt Voltaire Preußen; es bleibt eine lebenslange erwiderte Haßliebe zum Preußenkönig.
vulgo svw. mit einfachen Worten
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W
weiland damals, seinerzeit
welsch hier für: fremdländisch, unverständlich
Wilhelmgalerie Potsdamer Einkaufspassage
Windbeutel, Windbeuteleien Dummheiten
wohlfeil billig, preiswert
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X
Fehlanzeije!
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Y
Ooch Fehlanzeije!
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Z
Zieten Hans Joachim v. Zieten, preuß. Husarengeneral (1699 - 1786)
Zimmaberolina (bln.) pompöse Frau, hier für Statue; nach der Figur der Berolina, die seinerzeit am Berliner Alexanderplatz stand
Zipperlein Fußgicht
Zores (bln.) Ärger

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Abkürzungen:
(frz.) französisch
(frideriz.) friderizianisch (dem Sprachgebrauch Friedrichs II. entlehnt)
(lat.) lateinisch
(bln.) berlinisch
(umg.) umgangssprachlich
svw. = soviel wie

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