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Historie
 

Es war einmal im Jahre 1226...

...da kamen die ersten deutschen Ordensritter ins Land der Pruzzen,
eines heidnischen Völkerstammes beidseits der Memel -
dem einstigen Ostpreußen.

Das Land hatte ihnen der deutsche Kaiser Friedrich II. als Reichslehen übertragen - mit der Bedingung, es im christlichen Sinne zu missionieren.
Wer von den heidnischen Pruzzen diese Christianisierung überlebte,
gehörte quasi zu den ersten Preußen.

Im weiter westlich gelegenen Brandenburg kommt
1415
eine neue Dynastie an die Macht:
Die ursprünglich schwäbischen Hohenzollern werden von Kaiser Sigismund mit der Mark Brandenburg belehnt.

Aber alles der Reihe nach...

919 - 936 Heinrich I.
Er beginnt nach dem Zerfall des Karolingerreiches eine aktive Markenpolitik (Marken = Grenzgebiete des Reiches).

928/29
führt er ein Heer gegen die im Havelland ansässigen slawischen Heveller und stürmt die Brandenburg. Damit begründet er den Anspruch des deutschen Königs auf das brandenburgische Gebiet.


Preußischer Gott

946/48
Gründung der Bistümer Brandenburg und Havelberg.

983
Slawenaufstand. Nur in der Mark Meißen kann sich die deutsche Herrschaft behaupten. Die Elbe wird wieder deutsche Reichsgrenze. Das Gebiet östlich davon geht für zwei Jahrhunderte verloren. Die Bischöfe von Brandenburg und Havelberg regieren im Exil.


Heerlager

Kaiser Lothar III. (1125 - 1137).
Er beginnt, gestützt auf die Markgrafen, eine nach Osten gerichtete Macht- und Missionspolitik.

1134-1320
Den Askaniern (dt. Adelsgeschlecht v. Ballenstädt-Aschersleben) gelingt es unter Albrecht dem Bären und seinen Nachfolgern, ihren Besitz zu erweitern und wirtschaftlich auszubauen. Deutsche Bauern und Bürger werden ins Land gerufen. Bestehende slawische Orte werden vom "deutschen Recht" und den Neusiedlern überformt. Neue Siedlungen werden planmäßig angelegt.

Markgraf Albrecht der Bär (1134 - 1170).
Er erobert die Prignitz und wird 1150 Erbe des in Brandenburg regierenden Fürsten Pribislaw. 1157 erobert er die Brandenburg aufs neue und nennt sich fortan Markgraf.

1220 - 1267
Die Askanier Johann I. und Otto III. erwerben durch Kauf den Barnim und den Teltow, die Neumark und die heutige Uckermark.

1226
geht's los:
In der Goldenen Bulle von Rimini gestattet Kaiser Friedrich II. dem Hochmeister des Deutschen Ordens Hermann von Salza (1210 - 1239) die Eroberung des heidnischen Preußen.

1230
Berlin und Cölln erhalten Stadtrecht.

Berlin & Cölln

1250
Die expansive Politik der letzten Askanier zerrüttet die Finanzen und zwingt zur Verpfändung von Land und Einkünften.

1309
Der Hochmeister verlegt seinen Sitz von Venedig nach Marienburg.

1320
Markgraf Waldemar
(1303 -1319) stirbt kinderlos. Mit dem Aussterben der Askanier fällt die Mark Brandenburg als erledigtes Reichslehen an das Reich zurück. Und so kommt's, daß auch Brandenburg mal zu Bayern gehörte...:


1323 - 1373

Herrschaft der Wittelsbacher; König Ludwig der Bayer (1314 - 1347) belehnt seinen Sohn Ludwig mit der Mark Brandenburg (1323 - 1351). Und was macht der draus? Wegen finanzieller Abhängigkeit von den Ständen und politischer Verwicklungen verkauft er die Mark an Kaiser Karl IV.

1356
Goldene Bulle. Die Kurwürde Brandenburgs wird bestätigt.

Die Luxemburger trieben's auch nicht besser:

1373
Kaiser Karl IV. zwingt den jungen Markgrafen Otto durch einen Einfall in die Mark, ihm diese gegen Zahlung einer Entschädigung abzutreten.
Karl IV. übernimmt für seine Söhne die Verwaltung der Mark. Mit dem legendären Landbuch läßt er ein genaues Abgabenregister erstellen (1375).
Er nimmt die Einteilung der Mark in "Altmark", "Mittelmark" und "Mark über der Oder" (ab 1383 "Neumark") vor. Unter seinen Nachfolgern beginnt der weitere Zerfall der Mark.


Das Raubritterwesen greift um sich. Schutzbündnisse der Städte entstehen.

1388 - 1411

Verpfändung der Mark an Jobst und Prokop von Mähren.

1410

Die "große Wende": In der Tannenbergschlacht wird der Deutsche Orden von den Polen und mit ihnen verbündeten heidnischen Stämmen vernichtend geschlagen. Der Hochmeister zieht nach Königsberg.

1411
Brandenburg wird erneut zum Ladenhüter. Mit dem Tod des Jobst von Mähren fällt die Mark an das Reich zurück.

Raubritter

Ansicht von Nuernberg 8. 7. 1411
Geburtsstunde der Hohenzollern-Herrschaft.

Um der Bedrohung aus dem Osten einen Riegel vorzuschieben, wird Zollernfürst Friedrich VI. (Burggraf von Nürnberg) zum "obersten Hauptmann und Verweser in der Mark" ernannt.
Bei seinem Antrittsbesuch 1412
in der Mark (am 22. 6. in Brandenburg) verweigert der Adel (allen voran die Quitzows) dem "Tand von Nürnberg" den Gehorsam. Anerkennung findet er nur bei den Städten und Bischöfen..
Mit Hilfe der benachbarten Fürsten bringt Friedrich VI. jedoch die Quitzows zur Räson.


Wappen der Hohenzollern
Konzil von Konstanz Die Belohnung folgt: Auf dem Konzil von Konstanz wird dem Nürnberger Burggrafen Friedrich VI. am
30.April 1415

die Mark Brandenburg mit der Kurwürde (d.h. mit dem Recht, den deutschen König bzw. Kaiser zu wählen) verliehen, er erhält die Mark als erblichen Besitz für eine Abstandszahlung von 400.000 Gulden.
Der Nachfolger Friedrich des VI.,
Kurfürst Friedrich II. (1440 - 1470)
festigt die Landesherrschaft im Inneren, drängt den Einfluß der Kirche zurück, gewinnt abgesplitterte Teile des Landes wieder und versucht in Kämpfen mit Pommern bis zur Ostsee vorzustoßen.

1442 - 1448
Unterwerfung von Berlin und Cölln, Schloßbau in Cölln.

1455
Rückkauf der Neumark.

1466
Im Zweiten Thorner Frieden erlangt der König von Polen die Oberhoheit über das Ordensgebiet in Preußen.

1470 - 1486 Kurfürst Albrecht "Achilles".
Der Bruder Friedrichs II. regelt in der Dispositio Achillea (1473, im Historiker-Jargon: "Achilles-Verse") die Erbfolge der Hohenzollern; Trennung in eine fränkische und eine märkische Linie.

1486 - 1499 Kurfürst Johann "Cicero".
Er ist der erste in der Mark ansässige Hohenzoller. Er führt 1488 die bis heute nicht aus der Welt geschaffte Biersteuer ein.

1493
Pommern erkennt die Lehnsherrschaft Brandenburgs
an.

1499 - 1535 Kurfürst Joachim I. "Nestor".
Er gründet u.a. 1506 die Universität in Frankfurt/Oder, die Viadrina. Von den 2600 ausländischen Studenten in den nächsten drei Jahrhunderten stammen 90% aus den östlichen Nachbarländern.
Joachim I. ist überzeugter Gegner der Reformation, kann sie allerdings nicht aufhalten.

Martin Luther tackert am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Schloßkirche zu Wittenberg, das zu dieser Zeit zum Bistum Brandenburg gehört, und löst damit die Reformation aus.

1525
Hochmeister Albrecht von Hohenzollern (1513 - 1568) führt im Ordensstaat die Reformation ein und wandelt ihn in ein weltliches Herzogtum unter polnischer Lehenshoheit um.

Kurfürst Joachim II. "Hektor" (1535 - 1571)

drückt die Reformation in der Mark Brandenburg durch (1539), modernisiert die Verwaltung, fördert Handel und Gewerbe und läßt bauen.
(Berliner Schloß, Festung Spandau, Jagdschloß Grunewald).

1544
Die Universität Königsberg wird gegründet.

1569
Kurfürst Joachim
II. "Hektor" erlangt von Polen die Belehnung mit dem Herzogtum Preußen, wo ein Jahr zuvor der schwachsinnige Albrecht Friedrich zur Regierung gelangt ist.
Joachim II. ist einer der besonnensten Politiker, den das Haus Zollern hervorgebracht hat. Bei seinem Tod hinterläßt er allerdings auch 4,7 Mio. Schulden-Gulden.

1571 - 1595 Kurfürst Johann Georg.

Unter seiner Herrschaft 1573 Einführung der Kirchen-, Konsistorial- und Schulordnung.

1598 - 1608 Kurfürst Joachim Friedrich.

Er erläßt 1599 Die Unteilbarkeit und Primogenitur (Erbfolgerecht des Erstgeborenen) für das Kurfürstentum Brandenburg.

1604 Gründung des Geheimen Rates als zentrales Regierungskollegium.

1608 - 1619 Kurfürst Johann Sigismund.
Er heiratet die Tochter des Herzogs von Preußen und tritt 1613 zum Kalvinismus über. Die Einführung des Kalvinismus im Kurfürstentum gelingt jedoch nicht. Unruhen erzwingen ein gleichberechtigtes Nebeneinander der Konfessionen.

1614
Teilungsvertrag von Xanten: Brandenburg erhält Cleve, Mark und Ravensberg.

1618
Der Draht zwischen Brandenburg und Preußen wird geknüpft:
Herzog Albrecht Friedrich von Preußen stirbt. Brandenburg bekommt das Herzogtum Preußen als polnisches Lehen. Das gelingt nur, weil die Schweden unter Gustav Adolf dem polnischen König auf den Leib rücken. Kurfürst Johann Sigismund wird Herzog von Preußen - ohne eigenes Zutun, denn es ist seine Frau, die Kurfürstin Anna, Tochter Albrecht Friedrichs, die Preußen erbt.

1618 - 1648 Dreißigjähriger Krieg.

1619 - 1640 Kurfürst Georg Wilhelm.
Weil Brandenburg militärisch nicht gerüstet ist und sich der Kurfürst weder dem Kaiser noch den Schweden angeschlossen hat, wird die Mark zum Tummelplatz beider Parteien. Die Folgen: Zerstörungen und teilweise Entvölkerung des Landes.

1631
Endlich: Annäherung an Schweden.

Doch dann:
1635
Frieden von Prag; Anschluß an den Kaiser.

1640 - 1688 Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst.
Er bildet ein stehendes Heer (zunächst 2700 Mann, später auf 23000 Mann erhöht), entmachtet die Stände unter Privilegierung des Adels.
Mit der Kriegs- und Domänenkammer wird eine Finanzbehörde geschaffen. Das Land wird durch die Kontribution (Kopfsteuer) besteuert, die Städte durch die Akzise (Verbrauchssteuer).

1648
Westfälischer Friede; Brandenburg erhält Hinterpommern, die Bistümer Halberstadt, Cammin und Minden und die Anwartschaft auf Magdeburg.

1660
Friede von Oliva; die Lehenshoheit über Preußen geht endgültig von Polen auf Brandenburg über.

Seit 1650 Anwerbung von Kolonisten zum Landesaufbau. Förderung des Handels durch Straßen- und Kanalbauten.

1662
Baubeginn für den Spree-Oder-Kanal.

1675
Schlacht bei Fehrbellin, Sieg über die Schweden.

1685: Edikt von Potsdam:
Die Aufnahme der aus Frankreich wegen ihres protestantischen Glaubens vertriebenen Hugenotten belebt die Wirtschaft.

Kurfürst Friedrich III. ("Der schiefe Fritz"; 1688 - 1713; ab 1701 Friedrich I., König in Preußen).
Er baut Berlin zur Residenzstadt aus.
1694 Gründung der Universität Halle durch Eberhard von Danckelmann. Halle wird zum Mittelpunkt der norddeutschen Aufklärung und des Pietismus (Thomasius, Wolff, Francke).

1696 Gründung der Akademie der Künste in Berlin.

1698 August Hermann Francke gründet das Waisenhaus in Halle.
Im preußischen Heer wird der Gleichschritt eingeführt.

18. Januar 1701:
Geburtsstunde des preußischen Königreiches.
Da der deutsche Kaiser im bevorstehenden spanischen Erbfolgekrieg brandenburgische Unterstützung braucht, nutzt der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. die Gunst der Stunde und fordert die Königskrone, die ihm der Kaiser im Kontraktat vom November 1700 zugestanden hat.
Er darf sich allerdings nur König "in" Preußen nennen, da ihm Preußen nicht vollständig gehört (Westpreußen ist Eigentum der polnischen Krone.)
Friedrich III. setzt sich in Königsberg selbst die Krone auf und nennt sich fortan Friedrich I.

1710
Gründung der Charité in Berlin.

1713 - 1740 Friedrich Wilhelm I. (der "Soldatenkönig").
Durch Reform der Verwaltung und Ausbau des stehenden Heeres auf 83000 Mann entsteht der Militär- und Beamtenstaat des alten Preußen.

1713
Friede von Utrecht; Preußen erhält Obergeldern.

1720
Friede von Stockholm; Preußen erhält Vorpommern, Stettin, die Inseln Usedom und Wollin.

1722
Gründung des Generaldirektoriums.
Ihm werden als Zentralbehörde die Kriegs- und Domänenkammern mit der Kompetenz für Polizei-, Wirtschafts- und Steuerverwaltung unterstellt.

1726/27
Einführung des Exerzierreglements
im Heer.

Seit 1716 werden Kadettenanstalten zur Ausbildung der adligen Offiziere eingerichtet.

1731/32
Ansiedlung von 20000 wegen ihres protestantischen Glaubens vertriebenen Salzburgern.

1733
Kantonreglement;
Einteilung des Landes in Kantone (Bezirke) zur Erfassung der Militärdienstpflichtigen.

König Friedrich II. (der Große) 1740 - 1786.

1742 Erwerb Schlesiens, 1744 Ostfrieslands, 1772 Westpreußens
(erste polnische Teilung; seitdem darf sich Friedrich II. auch König "von" Preußen nennen).
Urbarmachung des Oder- und Netzebruchs.
Als "erster Diener des Staates" fördert er den weiteren Landesausbau durch Bodenkultivierung und Ansetzung neuer Siedler. Moderne Landwirtschaftsmethoden (Fruchtwechsel, Kartoffelanbau), Förderung von Manufakturen, Fortführung der Rechtsreform durch Samuel von Cocceji. Philosophische Lockerungsübungen in der "Tafelrunde von Sanssouci". Dazwischen törichter Streit zwischen Friedrich II. und dem Müller von Sanssouci.

1740 - 1748
Österreichischer Erbfolgestreit; deswegen:

1740/42
Erster Schlesischer Krieg; Preußen marschiert in Schlesien ein und verbündet sich mit Frankreich. Durch die preußischen Siege bei Mollwitz und Chotusitz kommt es zum Verzicht Österreichs auf Schlesien (Friede von Breslau).

1744/45
Zweiter Schlesischer Krieg; Preußen siegt bei Soor und Hohenfriedberg. Im Frieden von Dresden bestätigt Österreich die Abtretung Schlesiens an Preußen.

1744 - 1753
Trockenlegung des Oderbruchs; Verlegung des Oderlaufes und Gewinnung von Ackerland. Bau von Kanälen zur Förderung von Handel und Verkehr.

14. April 1745
Grundsteinlegung für das Schloß Sanssouci in Potsdam (Architekt: Georg Wenzeslaus v. Knobelsdorff). Fertigstellung 1747.

1748
Erste Seidenmanufaktur in Berlin.

1751
Gründung der Berliner Porzellanmanufaktur; ab 1763 Königliche Porzellanmanufaktur (KPM).

1756 - 1763
Dritter schlesischer ("siebenjähriger") Krieg;
Preußen, verbündet mit England, kommt einem Angriff von Rußland, Österreich und Frankreich zuvor. Auf die Siege Preußens bei Prag, Roßbach, Zorndorf, Leuthen und Niederlagen bei Groß-Jägersdorf, Kolin und Hochkirch folgt die vernichtende Niederlage Preußens in der Schlacht bei Kunersdorf. Die Uneinigkeit der Sieger, vor allem aber der Tod der Zarin Elisabeth retten Preußen, denn...

1762 verbündet sich Rußland unter dem neuen Zaren Peter II. mit Preußen.
Schwein gehabt...

...aber nicht viel gekonnt: Im Frieden zu Hubertusburg 1763 wird der Vorkriegszustand bestätigt. Preußen behält Schlesien.

1764
Bündnis Preußens mit Rußland gegen Polen.

1772
Erste Teilung Polens: Preußen erhält Westpreußen und den Netzedistrikt.

1779
Grundstein für die Legende des "Müllers von Sanssouci".
Gerichtsprozeß des Wassermüllers Arnold aus Pommerzig in der Neumark, in dessen Verlauf Friedrich II. (ein letztes Mal) den Gerichten eine (allerdings irrige) Weisung zugunsten des Müllers aufzwingt. Zusammen mit den Zwistigkeiten um die "Mühle von Sanssouci" braut die noch zu Friedrichs Lebzeiten einsetzende Legendenbildung daraus den Stoff, der zur Geschichte von "Friedrich II. und dem Müller von Sanssouci" wird.

1785
Handels- und Freundschaftsvertrag zwischen Preußen und den Vereinigten Staaten von Amerika.

König Friedrich Wilhelm II. (1786 - 1797).

1791
Ansbach und Bayreuth kommen zu Preußen.

1792-1797
Erster Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich.

1793
Zweite Teilung Polens: Preußen erhält Posen.

1794
Das Allgemeine Landrecht tritt in Kraft.

1795
Dritte Teilung Polens: Preußen erhält Neuschlesien und Warschau.

1795
Friede von Basel: Preußen scheidet aus dem Krieg gegen Frankreich aus.

König Friedrich Wilhelm III. (1797 - 1840).
Erste Reformansätze. Bauernbefreiung auf den Domänen (1799-1805). Aufhebung der Binnenzölle (1804).

1799
Erste Dampfmaschine in Berlin.

1803
Reichsdeputationshauptschluß; Die säkularisierten Bistümer (außer Mainz) und 45 Reichsstädte werden aufgeteilt. Preußen erhält (als Entschädigung für die abgetretenen linksrheinischen Gebiete) Hildesheim und Paderborn, Erfurt, alle mainzischen Besitzungen in Thüringen, das Eichsfeld, die Abteien Herford, Quedlinburg, Elten, Essen, Werden, Cappenberg, die Reichsstädte Mühlhausen, Nordhausen, Goslar und vom Bistum Münster den südöstlichen Hauptteil.

1805

Dritter Koalitionskrieg. Vertrag zu Schönbrunn: Preußen erhält Hannover
und tritt Cleve, Neuenburg sowie Ansbach-Bayreuth ab.

1806
Napoleon gründet den "Rheinbund". Das ist das Ende des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation".

1806/07
Vierter Koalitionskrieg.
Preußen verbündet sich mit Rußland und Sachsen. Bei Jena und Auerstedt werden die preußisch-sächsischen Armeen geschlagen. Napoleon zieht in Berlin ein. Das ist der Zusammenbruch Preußens.

1807
Im Frieden zu Tilsit (Juli) verliert Preußen die westelbischen Besitzungen und die ehemals polnischen Gebiete, außer Westpreußen.
Das Heer wird auf 42000 Mann beschränkt. Die Militärreform wird von Scharnhorst, Clausewitz, Gneisenau und Boyen vorangetrieben.
Durch den ständigen Wechsel von Rekruten werden möglichst viele Soldaten ausgebildet (Krümpersystem). Ziel ist die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Prügelstrafe und Spießrutenlaufen werden verboten. Für die Offizierslaufbahn wird das Eignungsprinzip eingeführt.
Oktober: Edikt zur Abschaffung der Erbuntertänigkeit der Bauern ("Bauernbefreiung"). Hardenberg und Stein fordern grundlegende Reformen des Staates.

1808
Einrichtung von Fachministerien (Krieg, Inneres, Verwaltung, Justiz, Äußeres).
Auch die Provinzialregierungen werden nach dem Fachprinzip geordnet. An ihrer Spitze steht ein Oberpräsident.
19. November: Städteordnung; Einführung der städtischen Selbstverwaltung.
24. November: Demission Steins.

1810
Gründung der "Friedrich-Wilhelm-Universität" in Berlin.

1812
Durch das Emanzipationsedikt werden die Juden als Staatsbürger gleichberechtigt.

1813/1815
Befreiungskriege; Napoleons Feldzug 1812 gegen Rußland ist gescheitert. Die preußischen Hilfstruppen unter General Yorck sichern in der Konvention von Tauroggen Rußland Neutralität zu.

1813
Vertrag von Kalisch: Bündnis zwischen Rußland und Preußen gegen Napoleon. Einführung der allgemeinen Wehrpflicht.
Völkerschlacht bei Leipzig: Niederlage Napoleons, Auflösung des Rheinbundes.

1814/15
Wiener Kongreß; territoriale und politische Neuordnung Europas. Preußen erhält Westpreußen, Posen, das nördliche Sachsen, die Rheinlande und Westfalen.

1815-1866
Der Deutsche Bund; Sitz in Frankfurt/Main; ihm gehören 35 Fürsten und vier freie Städte an. Preußen ist nur mit einem Teil seines Staatsgebiets vertreten.

1818
Wartburgfest: Die Burschenschaften fordern die deutsche Einheit.

1818
Die Akzise wird durch Grenzzölle und Verbrauchssteuern ersetzt.
Preußen wird ein einheitliches Zollgebiet.

1819
Karlsbader Beschlüsse; Verbot der Burschenschaften, Verfolgung von "Demagogen" (Schleiermacher, Arndt, Jahn), Zensur.

1823
Preußen wird in acht Provinzen eingeteilt und erhält 1828 Provinzialstände.

1830
Juli-Revolution in Frankreich.

1834
Unter der Führung Preußens wird der Deutsche Zollverein gegründet.

1838
Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie in Preußen (Berlin-Potsdam).

König Friedrich Wilhelm IV. (1840 - 1861).
Der "Romantiker auf dem Thron" amnestiert die "Demagogen", setzt nationale Symbole mit dem Kölner Dombaufest und der "Tausendjahrfeier des Reiches".

1844
Aufstand der schlesischen Weber.

1847
Einberufung des Vereinigten Landtages.

1848
Märzrevolution; die Unruhen in Frankreich greifen auch auf Deutschland über. Gefordert werden die nationale Einheit, Vereins- und Pressefreiheit, Schwurgerichte und Volksmiliz.
Nach Barrikadenkämpfen in Berlin beruft Friedrich Wilhelm IV. das liberale Ministerium Camphausen (März-Juni) ein und verspricht eine Nationalversammlung.

Bildung der ersten konservativen Partei (Gerlach, Bismarck).

1849
Die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche erläßt eine Verfassung und wählt den preußischen König zum Kaiser. Friedrich Wilhelm IV. lehnt allerdings ab. Daraufhin Auflösung der Frankfurter Nationalversammlung.

1850
Vertrag von Olmütz; Wiederherstellung des Deutschen Bundes unter österreichischer Führung. Der Friede von Berlin beendet den Krieg mit Dänemark. Schleswig und Holstein bleiben autonome Herzogtümer. "Revidierte" preußische Verfassung (konstitutionelle Monarchie).

König Wilhelm I. (1858-1888).
Der Bruder Friedrich Wilhelms IV. übernimmt bis 1861 die Regentschaft für den erkrankten König.
Beginn der "Neuen Ära".

1862
Handelsvertrag mit Frankreich.

Theodor Fontane unternimmt die "Wanderungen durch die Mark Brandenburg"
(bis 1882 schreibt er 4 Bände).

1862-1866
Verfassungskonflikt; der Landtag verweigert die Bewilligung der Gelder für die Heeresreform. Otto v. Bismarck wird zum Ministerpräsidenten berufen und regiert ohne gesetzliches Budget.

1863
Ferdinand Lassalle gründet den "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein".

1864
Deutsch-Dänischer Krieg. Friede von Wien; Dänemark tritt Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen und Österreich ab.

1866
Preußisch-Österreichischer Krieg; Preußen besiegt Österreich in der Schlacht bei Königgrätz.
Auflösung des Deutschen Bundes. Hannover, Kurhessen, Frankfurt und Schleswig-Holstein kommen zu Preußen.
Beendigung des Verfassungskonflikts: Bismarcks verfassungswidrige Regierung wird nachträglich legalisiert (Indemnitätsvorlage).

1867
Gründung des Norddeutschen Bundes.

1869
Gründung der "Sozialdemokratischen Arbeiterpartei"
(Bebel, Liebknecht) in Eisenach.

1870/71
Deutsch-Französischer Krieg.
Auslöser ist die Kriegserklärung Frankreichs an Preußen, hervorgerufen durch die sog. "Emser Depesche"; eine Mitteilung des preußischen Königs Wilhelm I. an Bismarck, die jener stark gekürzt an die Presse weitergibt und damit den französischen Kaiser Napoleon III. brüskiert.
Frankreich verliert den Krieg.

18. Januar 1871
Geburtsstunde des deutschen Kaiserreichs.

König Wilhelm I. wird vor den Toren des belagerten Paris (Versailles) zum deutschen Kaiser gekrönt.
Das zweite deutsche Kaiserreich ist ein Bundesstaat unter preußischer Hegemonie. Der Kaiser hat den militärischen Oberbefehl. Der preußische Ministerpräsident (Bismarck) ist zugleich Reichskanzler. Der Reichstag wird nach dem allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrecht gewählt.

1875
Vereinigung der Arbeiterparteien (Lassalleaner und Marxisten) zur "Sozialistischen Arbeiterpartei" in Gotha.

1878-1890
"Sozialistengesetze"; Verbot von Parteipresse und -organisation.

1888: Kaiser Friedrich III.
(der "Hunderttagekaiser") regiert nur 99 Tage.

Kaiser Wilhelm II. (1888-1918)

1890
Der Kaiser entläßt Bismarck.
Die "Sozialistengesetze" werden nicht verlängert.
Gründung der "Freien Volksbühne" in Berlin als erste Arbeiterbühne.

1900
Das Bürgerliche Gesetzbuch tritt in Kraft.

1906
Knappschaftsnovelle: Arbeitstag von neun Stunden für Eisenbahnwerkstätten in Hessen und Preußen.

1914-1918 Erster Weltkrieg.

1918
Revolution in Deutschland. Wilhelm II. dankt ab. Preußen wird Republik.

1919
Versailler Vertrag; Preußen muß u.a. abtreten: Danzig, den größten Teil Posens, die pommerellischen Kreise Westpreußens, das ostpreußische Soldau, einen Großteil des oberschlesischen Industriegebietes.

1920
Die Verfassung macht Preußen zum demokratisch-parlamentarischen
Freistaat.

1920-1932
In Preußen regieren die Parteien der "Weimarer Koalition" unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Otto Braun nahezu ununterbrochen.

20. Juli 1932
Reichskanzler v. Papen stürzt die Regierung Braun-Severing. ("Preußenschlag"). v. Papen wird Reichskommissar in Preußen.

21. März 1933
"Tag von Potsdam";
Eröffnung des neuen Reichstages in der Potsdamer Garnisonkirche. Hindenburg ernennt Adolf Hitler zum Reichskanzler. Hitler ernennt sich zum Statthalter in Preußen; Hermann Göring wird preußischer Ministerpräsident. Erlaß des Reichsstatthaltergesetzes. Ausschaltung des Parlaments. Bücherverbrennung auf dem Opernplatz in Berlin.

1934
"Gesetz über den Neuaufbau des Reiches";
in Preußen werden die Ressortministerien (außer Finanzministerium) mit den Reichsministerien zusammengelegt, die Befugnisse des Reichsstatthalters auf den preußischen Ministerpräsidenten übertragen, die Funktionen der Oberpräsidenten von den Gauleitern der NSDAP wahrgenommen. Damit hört Preußen de facto zu bestehen auf.

1939-1945 Zweiter Weltkrieg

20. Juli 1944
Attentat auf Hitler unter Leitung von Claus Schenk Graf v. Stauffenberg im Führerhauptquartier ("Wolfsschanze"); Hitler wird allerdings nur leicht verletzt, Stauffenberg und etliche Mitverschwörer werden noch in der gleichen Nacht standrechtlich erschossen.

1945
Potsdamer Konferenz.
Um über die Neuordnung Europas und das künftige Schicksal Deutschlands zu beraten, treffen sich vom 17. Juli bis 2. August 1945 die vier Siegermächte im Potsdamer Schloß Cecilienhof. Am Verhandlungstisch sitzen Josef Stalin (UdSSR), Harry S. Truman, der Nachfolger Roosevelts (USA) und Winston S. Churchill (Großbritannien), der Ende Juli von Clement R. Attlee abgelöst wird.
Im sog. Potsdamer Abkommen wird die Demokratisierung, Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Dekartellisierung und Dezentralisierung Deutschlands festgelegt. Einig sind sich die Alliierten auch darüber, daß die Deutschen wegen ihrer autoritären Traditionen zuerst einer Umerziehung unterworfen werden müssen. Frankreich tritt dem Potsdamer Abkommen am 7. August 1945 unter Vorbehalten bei.

1947
Der Staat Preußen wird am 25. Februar durch Gesetz des Alliierten Kontrollrats Nr. 46 endgültig aufgelöst.